Portrait Madrinas* und peruanische Leitungspersonen

*Madrinas ist die spanische Bezeichnung für die Hausmütter, welche die Hausgemeinschaften leiten und die ersten Bezugspersonen für die Kinder sind.

Carmen

Carmen, Sozialarbeiterin & Directora

Seit wie vielen Jahren arbeitest du für Fraternitas? Seit 5 Jahren arbeite ich hier in der Institution. Ich hatte das Glück, in zwei verschiedenen Bereichen tätig zu sein. Als Madrina arbeitete ich direkt mit den Kindern und Jugendlichen. Wir bemühten uns täglich, den Kindern positive Wertvorstellungen mitzugeben, sie in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und sie mit Respekt, Zuneigung und Toleranz zu behandeln. Ich betrachte die Kinder wie einen Teil von mir selbst und unterstütze sie so auf der Suche nach ihrer bestmöglichen Zukunft.Nun bin ich angestellt als Sozialarbeiterin. Das erste Jahr war nicht einfach, doch nun spüre ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Was war dein bestes Erlebnis hier? Nachdem ich 20 Jahre in einem staatlichen und in einem privaten Kinderheim tätig war, war es für mich eine der besten Erfahrungen, hier für Fraternitas zu arbeiten. Dies verdanke ich Gloria, welche mir ermöglichte, hier meine Arbeit auszuführen. Es ist ein Kinderheim, das grossen Wert auf den Schutz der Kinder legt. Es ist ein Heim, wie viele in unserem Land, doch sind wir sehr darum bemüht, dass sich jedes Kind hier Zuhause, geschützt und wie in einer Familie fühlt. Es ist eine wunderschöne Erfahrung, zu dieser Familie dazuzugehören und zu spüren, dass jeder Erfolg der Kinder auch unser Erfolg ist. Jedes Lächeln ist eine Befriedigung.

Was ist deine Motivation, um weiterhin für Fraternitas zu arbeiten? Meine Motivation ist, mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen den Kindern zu helfen. Ich versuche sie zu unterstützen, sich von ihrer traurigen Vergangenheit abzulösen und von den Möglichkeiten hier zu profitieren. Eine bessere Zukunft unter dem Motto „Geben und Nehmen“.

Lidia

Lidia

Seit wie vielen Jahren arbeitest du für Fraternitas? Seit 12 Jahren.

Was war dein bestes Erlebnis hier? Ich hatte bis jetzt viele positive Erlebnisse. Als ich neu hier begonnen habe, hatte ich 7 Kinder, von welchen eines schulisch schwach war. Eine Arbeitskollegin riet mir, dem Ganzen nicht viel Beachtung zu schenken, da dieses Kind sowieso das Jahr wiederholen würde. Trotz dieses Ratschlages habe ich mich angestrengt und mit ihm gearbeitet. Wir erzielten schlussendlich Erfolge. Die Lehrerin gratulierte uns für unsere Anstrengung, denn es war nicht einfach. Wir verbrachten viele Stunden mit Lernen, aber wir erreichten schlussendlich unser Ziel.

Ein sehr besonderes Erlebnis war für mich die Freude, die ich fühlte, als ein Baby mit nur einem Monat zu uns kam. Ich habe es sofort ins Herz geschlossen und schenkte ihm meine ganze Zeit, denn es war ja so wehrlos. Die Monate, die wir zusammen verbrachten, werde ich nie vergessen. Mit einem Jahr wurde das Baby adoptiert. In diesem Moment hatte ich gemischte Gefühle. Ich war sehr traurig, da wir voneinander getrennt wurden. Doch freute ich mich auch für das Kind, da es von nun an eine Familie haben würde. Es kam der Tag, an dem sie das Baby abholten. Es wurden schwarze Tage für mich, aber die Zeit half mir ein wenig über die Trauer hinweg. Für mich war dies ein unvergessliches Erlebnis, welches ich nun mit euch teile.

Was ist deine Motivation, um weiterhin für Fraternitas zu arbeiten? Das Zusammenleben mit den Kindern, als wären sie unsere Kinder. Ich möchte ihnen viel Liebe und Zuneigung schenken, ihnen Wertschätzung beibringen. Natürlich werden auch ihre Fehler korrigiert, die auch wir Erwachsenen machen, aber dafür sind wir da, um darüber zu sprechen und den Kindern einen guten Weg aufzuzeigen, sodass sie zu guten Menschen heranwachsen.

Elizabeth

Seit wie vielen Jahren arbeitest du für Fraternitas?  Ich arbeite seit anfangs Januar dieses Jahres bei Fraternitas.

Was war dein bestes Erlebnis hier? Meine beste Erfahrung als Madrina ist es, die Rolle einer Hausmutter zu übernehmen und zu spüren, wie sich eine liebevolle, vertrauensvolle und respektvolle Verbindung zu den Kindern aufbaut, während wir wertvolle Momente miteinander teilen dürfen. Abgesehen von den Kindern bin ich glücklich, umgeben von lieben Personen zu sein, welche gemeinsam Fraternitas ausmachen.

Was ist deine Motivation, um weiterhin für Fraternitas zu arbeiten? Meine grösste Motivation ist das Glück der Kinder. Sie sollten sich ihres Wertes bewusst sein und keinen Mangel verspüren. Sie sollten fähig sein zu lieben und ihre Stärke nutzen, um ihre Ziele zu erreichen und eine positive Zukunft erleben zu dürfen. 

Pilar

Seit wie vielen Jahren arbeitest du für Fraternitas? Ich arbeite seit Februar dieses Jahres bei Fraternitas mit den Jugendlichen auf dem Hof.

Was war dein bestes Erlebnis hier? Die beste Erfahrung dabei ist grundsätzlich die Übernahme der Rolle der Madrina in einem familiären Umfeld. Meine Aufgabe besteht darin, die vier Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer Werte und Normen zu begleiten. Durch das Zusammenleben fühlte ich mich bereits nach kurzer Zeit als Teil der Fraternitasfamilie. Darüber hinaus erlebe ich die Arbeitsweise von Carmen, die sie uns vermittelt und vorlebt, als sehr respektvoll und tröstend in dieser herausfordernden Zeit.

Was ist deine Motivation, um weiterhin für Fraternitas zu arbeiten? Ich bin sehr motiviert, meine Arbeit auch weiterhin Fraternitas zu widmen, da ich das familiäre Umfeld schätze. Ich hoffe dabei, dass sich meine Bemühungen für die Entwicklung und Ausbildung jedes einzelnen Fraternitaskindes in ihrer persönlichen Zukunft abbilden werden.

Interview von Aveline Voramwald, Praktikantin