Wie beeinflusst Covid-19 den Alltag in Casma?

Vier weitere Madrinas und ich befinden uns seit Anfang März dauerhaft im Kinderhilfswerk, da wir den Ort aufgrund der staatlichen Weisungen nicht verlassen dürfen. Diese Situation ist für uns alle belastend, da wir unsere Familien seit diesem Zeitpunkt nicht mehr sehen dürfen. Wir bleiben jedoch telefonisch in Kontakt und es beruhigt uns zu wissen, dass es ihnen allen bis zum jetzigen Zeitpunkt gut geht.

Die Jungs befinden sich weiterhin mit einer Madrina auf dem Hof und helfen täglich mit bei der Bewirtschaftung des Gartens und der Pflege der Tiere. Seit die Online-Kurse und die Lehreinheiten via Fernseher gestartet haben sind sie etwas beschäftigter. Es ist schön zu sehen, dass alle Kinder und Jugendlichen sich an die Weisungen des Staates halten und Interesse an den Informationen zur momentanen Situation zeigen.

Die Kinder im Hause Bolívar werden ebenfalls von den Madrinas begleitet, welche sie bei den Hausaufgaben unterstützen. Auch hier begannen nun kürzlich die Online-Kurse. Zuvor wurde die Zeit von den Madrinas genutzt, um den Kindern das Kochen bestimmter Gerichte beizubringen. Sie lernten mit viel Freude einiges dazu. Ansonsten unterstützen sich alle gegenseitig bei anstehenden Arbeiten im Haus.

Ich befinde mich im Hause Peru und begleite dort die Mädchen und jungen Frauen. Auch sie verbringen nun viel Zeit mit ihren Online-Kursen, welche für alle Altersstufen eingerichtet wurden. Schon früh begann ich sie in der Küche miteinzubeziehen, so dass sie sich gegenseitig bei der Vorbereitung der Lebensmittel helfen können, wenn ich auf dem Hof aushelfe. Wir befinden uns gerade in der Herstellung von Schutzmasken. Diese sollen vorerst von den Madrinas benutzt werden, welche die Einkäufe erledigen. Wir gehen aber davon aus, dass diese bald von jeder Person getragen werden müssen und bereiten uns deshalb darauf vor.

Jeden Samstag erledigt je eine Madrina jedes Hauses die Einkäufe für die ganze Woche. Wir halten uns strikt an die Weisungen; halten Distanz, desinfizieren unsere Hände und die Produkte vor dem Eintreten ins Haus. Ich würde lügen mit der Behauptung, dass wir keine Angst vor den Folgen des Virus hätten, dennoch beten wir zu Gott, dass er uns schützt. So werden wir diese Zeit überstehen und hoffen, dass sich das Virus bald unter Kontrolle halten lässt.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir alle gesund sind und speziell die Kinder so gut mit der ausserordentlichen Situation umgehen.

Ich hoffe von Herzen, dass ihr in der Schweiz ebenfalls einen guten Umgang damit gefunden habt und es euch gut geht.

Alles Liebe, Carmen

 

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